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Hans Werner Henze, L' UPUPA

Semper Oper Dresden, 2009

Fünf Sterne deluxe

Manchmal würde ein Satz genügen um einen Opernabend zu beschreiben. In diesem Falle würde er lauten: Wer’s verpasst hat selber Schuld.

Soweit mein Fazit zu Nikolaus Lehnhoffs Henze Deutung. Im Bühnenbild von Roland Aeschlimann, zwei gegenläufige Treppenkonstruktionen, die im Licht von Fabio Antoci stets neue Bilder liefern, in den stimmigen Kostümen, viel changierende Seide, viel Tüll und orientalischer Luxus von Andrea Schmidt-Futterer, gelingt ihm ein faszinierender Abend, der neben der hervorragenden Personenführung auch durch die überdurchschnittliche Leistung des Sängerensembles in dauernder Erinnerung bleibt.

Unter Stefan Lano, einem hervorragenden Deuter der modernen Opernliteratur, erringt die Sächsische Staatskapelle himmlische Höhen. Klar, transparent und dennoch deutlich in der Dramatik ertönt der Graben, ohne das Sängerpersonal zu überdecken.

Und dieses Ensemble zu loben hieße Eulen nach Athen zu tragen.

Wolfgang Schöne gibt mit changierendem Bariton den Vater dessen Söhne sein verloren geglaubtes Glück in Form eines Wiedehopfweibchens zu suchen. Adschib und Gahrib, Jacek Laszckowski gab mit sopranheller Stimme zusammen mit Georg Zeppenfelds sonorem Bass, die beiden missratenen, ihnen gegenüber steht quasi als Lichtfigur Markus Butter, mit schmelzendem Bariton, Al Kasim. Er allein ist bereit die Suche für seinen Vater auf sich zu nehmen. Dabei durchlebt er Abenteuer im 1001 Nacht-Stil. Ein Dämon, eher ein hilfsbereiter Dschinn als ein böser Geist, hilft ihn auf seiner Suche. John Mark Ainsley gibt diesem sanften Spiritus tenorale Klänge, auf der Suche nach dem Vogel begegnen sie den verschiedensten Herrschern, Christa Mayer gibt den Malik. Ihr Mezzo gibt dem ostasiatischen König exotische Klänge. Jacques-Greg Belobo singt den Dijab mit sonorem Bass. Doch das Objekt der Begierde ist Badi’at. Claudia Barainsky ist die Prinzessin. Ihr Sopran, sowohl im klassischem deutschen Fach wie Strauss’ens Sophie als auch in der Moderne wie in Reimanns Melusine erfahren, gibt sie der exotischen Schöne Figur und Klang.

Der unsichtbare Chor unter Ulrich Paetzhold unterstreicht den Wohlklang des Orchesterapparates. Elektronische Klänge ergänzen den orchestralen Sound, verstörend durch die Fremdheit sonst scheinbar vertrauter Töne.

Dieser Abend ist mehr als die Summe seiner Teile. Der Semperoper gelang mit der dritten Inszenierung von Henzes Spätwerk einen mehr als gelungenen Saisonabschluss. Nach Hindemiths Cardillac, einem Klassiker der Moderne nun ein zeitgenössiges Werk, dass durchaus Qualitäten für einen Dauerbrenner der Moderne zu werden.

Alexander Hauer

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